Fünf Jahre Stadtschulpflegschaft Ibbenbüren – gemeinsam Schule mitgestalten
Seit dem 7. Juni 2021 geben wir den Anliegen der Eltern in Ibbenbüren eine gemeinsame Stimme. Was während der Corona-Pandemie mit dem Wunsch nach Austausch begann, verbindet heute Elternvertretungen über Schulgrenzen hinweg. Als aktueller Vorstand blicken wir auf die Menschen, die unsere Stadtschulpflegschaft aufgebaut haben, auf wichtige gemeinsame Schritte und auf die Aufgaben, die vor uns liegen.
Ob sichere Schulwege, verlässliche Betreuung oder gut ausgestattete Klassenräume: Viele Fragen beschäftigen Familien an unterschiedlichen Schulen gleichermaßen. Deshalb bringen wir die Erfahrungen der Schulpflegschaften zusammen und tragen gemeinsame Anliegen in den Austausch mit Schulen, Politik und Verwaltung.
Wir möchten zuhören, informieren und Veränderungen anstoßen. Dabei steht für uns im Mittelpunkt, was Kinder und Jugendliche für ihren Schulalltag brauchen.
2021: Aus gemeinsamen Sorgen entsteht eine Idee
Im Frühjahr 2021 verlangte die Corona-Pandemie Familien und Schulen viel ab. Distanzunterricht, wechselnde Unterrichtsmodelle und Schwierigkeiten bei der digitalen Ausstattung bestimmten den Alltag. Elternvertreter tauschten sich in Online-Sitzungen darüber aus, welche Erfahrungen sie an ihren Schulen machten.
Dabei wurde deutlich, wie wertvoll eine engere Vernetzung sein konnte. Fehlende Geräte, verspätete Lieferungen und unterschiedliche Abläufe beim Lernen zu Hause betrafen viele Familien. Gemeinsam ließen sich solche Themen besser aufgreifen.
Zu den treibenden Kräften gehörte André Dieckmann, damals Schulpflegschaftsvorsitzender der Johannes-Bosco-Schule. Zusammen mit weiteren engagierten Elternvertretern wurde die Satzung und die Gründung einer stadtweiten Elternvertretung vorbereitet.
Am 7. Juni 2021 wurde der Grundstein gelegt
Zur Gründungsversammlung kamen 20 Vertreterinnen und Vertreter aus den Schulpflegschaften zusammen. Mit dem Beschluss der Satzung und der Wahl der ersten Verantwortungsträger erhielt die Zusammenarbeit eine verbindliche Grundlage.
Die ersten Ämter übernahmen:
- André Dieckmann,- Erster Vorsitzender
- Bianca Brouwer,- Stellvertretende Vorsitzende
- Heinz Roters,- Stellvertretender Vorsitzender
- Jürgen Mohr,- Kassenwart
- Daniela Kiesow,- Kassenprüferin
Gemeinsam mit den weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern schufen sie die Grundlage für unsere heutige Arbeit. Dafür sind wir ihnen dankbar.
Bereits an diesem ersten Abend ging es um konkrete Fragen: Wie konnte verlässlicher Unterricht erhalten bleiben? Welche Unterstützung brauchten die Schulen bei der Digitalisierung? Welchen Beitrag konnten mobile Luftfilter leisten? Ebenso wichtig war der geplante Austausch mit Schulleitungen, Schülervertretungen und dem städtischen Fachdienst Schulen und Sport.
Mehr Mitsprache für Eltern
Im Oktober 2021 wurde André Dieckmann als Vorsitzender bestätigt. Gleichzeitig erweiterte die Versammlung den Vorstand um zwei Beisitzer, um die anstehenden Aufgaben gemeinsam bewältigen zu können.
Ein zentrales Anliegen war die beratende Beteiligung im Schulausschuss. Die Erfahrungen der Eltern sollten dort eingebracht werden, wo über die Entwicklung der Schulen gesprochen wird. Bereits im November und Dezember 2021 stand die Besetzung des Ausschusses mit beratenden Mitgliedern der Stadtschulpflegschaft auf den kommunalen Tagesordnungen.
Auch das Themenspektrum wuchs. Neben Digitalisierung und Luftfiltern beschäftigten die Eltern fehlende Schwimmangebote nach den pandemiebedingten Ausfällen, Inklusion und flexiblere Betreuungszeiten im offenen Ganztag.
2022: Verantwortung weitertragen
Im Oktober 2022 übernahm Sven Mutert von der Erna-de-Vries-Gesamtschule den Vorsitz. André Dieckmann kandidierte mit Blick auf sein politisches Engagement nicht erneut für dieses Amt und blieb als Beisitzer aktiv.
Zum damaligen Vorstand gehörten außerdem Heinz Roters als erster Stellvertreter und Kassenwart, Nicole Hergemöller als zweite Stellvertreterin sowie Uta Vogelwiesche als weitere Beisitzerin. Kerstin Freye übernahm die Kassenprüfung.
Die Zusammenarbeit entwickelte sich weiter. Die Stadt stellte Versammlungsräume und ein Budget für laufende Ausgaben bereit. Schulbesuche, Gespräche mit Ratsfraktionen und die Öffentlichkeitsarbeit stärkten den Austausch.
Ein drängendes Thema war der Schulbusverkehr. Eltern berichteten von überfüllten Bussen, Verspätungen und ausgefallenen Verbindungen. Daneben wurden die dritten Ibbenbürener Schulgespräche mit dem Wissenschaftler Klaus Hurrelmann zum Thema Resilienz für Februar 2023 vorbereitet.
2023: Sichere Schulwege im Mittelpunkt
Eltern kennen die Wege ihrer Kinder und erleben, wo es gefährlich wird. Deshalb sammelte die Stadtschulpflegschaft Hinweise auf problematische Stellen und leitete sie gebündelt an die Ratsfraktionen weiter.
Die Rückmeldungen betrafen unter anderem schlecht erkennbare Radwegmarkierungen, enge Querungshilfen, fehlende Beleuchtung und Konflikte zwischen Fahrrädern und Autos. Sie machten sichtbar, welche Situationen Kinder täglich bewältigen müssen.
Beim Busverkehr konnte inzwischen von einer Entspannung berichtet werden. Nach dem Einsatz verschiedener Beteiligter und dem Austausch mit der RVM wurden zusätzliche Busse zur Gesamtschule eingesetzt.
Weitere Themen blieben die baulichen Bedingungen an den Schulen, unterschiedliche Regelungen zur Anschaffung von Tablets und die Übergänge zwischen Kita, Grundschule und weiterführender Schule.
2025: Die Beteiligung weiter öffnen
Im Herbst 2025 wurde ausdrücklich beschlossen, die Sitzungen der Stadtschulpflegschaft für alle interessierten Eltern zu öffnen.
Damit möchten wir es leichter machen, unsere Arbeit kennenzulernen und eigene Erfahrungen einzubringen. Wer eine Frage oder eine Idee hat, soll sich beteiligen können. Auch ohne Vorstandsamt lässt sich etwas bewegen.
Facebook und Instagram ergänzten die Möglichkeiten, über unsere Arbeit zu informieren und mit uns Kontakt aufzunehmen. Die Schulwegsicherheit blieb gleichzeitig ein Schwerpunkt. Neben weiteren Tempo-30-Bereichen wurden mögliche Verbesserungen bei problematischen Verkehrssituationen vor Schulen diskutiert.
Bei den Vorstandswahlen wurde Sven Mutert erneut als Vorsitzender bestätigt.
2026: Gute Lernbedingungen brauchen Aufmerksamkeit
Im Jahr 2026 rückten die Schulgebäude und ihre Bewirtschaftung besonders in den Blick. Sanierungsbedarf, Reinigung, technische Ausstattung und Fragen zum Brandschutz beschäftigen die Schulgemeinschaften und damit auch uns.
Ein gemeinsames Gespräch mit den Ratsfraktionen am 19. Februar 2026 bot Gelegenheit, diese Anliegen vorzutragen. Die anschließende Diskussion im Schul- und Sportausschuss zeigte unterschiedliche Bewertungen: Elternvertreter schilderten Probleme und kritisierten lange Antwortzeiten; die Verwaltung widersprach Teilen der Darstellung.
Für uns ist entscheidend, dass Hinweise nachvollziehbar geprüft, Fragen beantwortet und notwendige Verbesserungen verlässlich angegangen werden. Dafür setzen wir auf klare Informationen und einen regelmäßigen, konstruktiven Austausch.
